Seine Leidenschaft für Elektrizität

Seine Leidenschaft für Elektrizität

Die damals schon ausgeprägte Leidenschaft von Henri Tudor für Elektrizität kommt vermutlich von seinem Physikprofessor Ernest Rousseau, aber auch von seinem Vetter Nikolaus Josef Schalkenbach.
Die Innovationen im Bereich der Elektrotechnik und die internationale Elektrizität-Ausstellung in Paris (1881) haben diese Neigung wahrscheinlich verstärkt. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass Henri Tudor diese Ausstellung besucht hat.

Zurück in Rosport, schließt sich Henri in jedem Fall mit seinem Bruder Hubert und seinem Vetter Nikolaus zusammen, um im Bereich der Elektrizität zu experimentieren:
Er erfindet die Elektrode nach dem tudorschen Prinzip und verändert den Blei-Akkumulator damit dergestalt, dass er zum ersten Mal technisch und wirtschaftlich verwertbar wird.

Im Jahre 1891 heiratet er Marie-Madeleine Pescatore, mit der er drei Kinder bekommt: Anne, Marie-Antoinette und John. Das Haus der Familie, das er in der Nähe des Irminenhofes bauen lässt, wird wegen seiner Größe und seines englischen Stils von den Einwohnern von Rosport „d’neit Schlass“ genannt.

Henri Tudor stirbt 1928 an den Folgen einer Bleivergiftung

Das „Energy-Car“

m Jahre 1905 präsentieren die Brüder Tudor bei der Weltausstellung in Lüttich den so genannten “Energy-Car”. Dieser Wagen sollte jene Gegenden mit Strom versorgen, die nicht mit an das Elektrizitätsnetz angeschlossen waren. Der Wagen enthält einen Benzin-Motor, der über eine elastische Kupplung mit einem Elektromotor verbunden ist. Die angeschlossenen Akkumulatoren speichern die überschüssige Energie, die sie bei Bedarf wieder abgeben. Der Energy-Car kann genau wie seine „Verwandte“, die so genannte Lokomobile, landwirtschaftliche Maschinen antreiben, ist dabei aber leichter und effizienter. Obwohl ein technologischer Fortschritt, hat der Energy-Car keinen kommerziellen Erfolg.

Im Jahre 1908 ist Henri Tudor auch vor dem Hintergrund dieses Flops gezwungen, sein Werk in Rosport zu schließen. Die kleine Fabrik liegt zudem weit abseits der großen Städte und kann die Nachfrage nicht mehr befriedigen. Die hohen Zölle für die Einfuhr von Blei ebenso wie für die Ausfuhr von Akkumulatoren belasten die Ertragskraft des Unternehmens, weshalb die Produktion in das 1901 gegründete Werk von Florival in Belgien verlagert wird.