Im September 1859 kommt Henri Owen Tudor, der jüngste von drei Brüdern, im Diesburger Hof bei Ferschweiler (D) zur Welt. Seine ersten Lebensjahre verbringt er mit seinen Eltern in Macquenoise (B).
Wie seine beiden Brüder, verbringt Henri Tudor seine Schulzeit am Collège de Chimay (B). Er bleibt dort im Internat zurück, als seine Eltern beschließen, wieder in ihr luxemburgisches Heimatsdorf zurückzukehren. Sein Studium absolviert Henri an der Ecole Polytechnique der Universität Brüssel, wo er mit 24 Jahren das Diplom als Bauingenieur erhält.
Die Leidenschaft von Henri Tudor für Elektrizität kommt vermutlich von seinem Physikprofessor Ernest Rousseau, aber auch von seinem Vetter Nikolaus Josef Schalkenbach. Die Innovationen im Bereich der Elektrotechnik und die internationale Elektrizität-Ausstellung in Paris (1881) haben diese Neigung wahrscheinlich verstärkt. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass Henri Tudor diese Ausstellung besucht hat.
Zurück in Rosport, schließt sich Henri mit seinem Bruder Hubert und seinem Vetter Nikolaus zusammen, um im Bereich der Elektrizität zu experimentieren: er erfindet die Elektrode nach dem tudorschen Prinzip und verändert den Blei-Akkumulator damit derart, dass er zum ersten Mal technisch und wirtschaftlich verwertbar wird.
Im Jahre 1891 heiratet er Marie-Madeleine Pescatore, mit der er drei Kinder bekommt: Anne, Marie-Antoinette und John. Das Haus, das er in der Nähe des Irminenhofes bauen lässt, wird wegen seiner Größe und seines englischen Stils von den Einwohnern von Rosport d’neit Schlass genannt.
Henri Tudor stirbt 1928 an den Folgen einer Bleivergiftung.